New York Marathon – der Bericht

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Es ist 14:46 Ortszeit. Ich bin schon wieder halbwegs OK. Sitze im Moment alleine in unseren Appartment und geniesse die doch etwas eigenen Gefühle nach so einem Event.

Vorne weg, es war unglaublich. Zuschauermassen in Queens und Brooklyn, ein Einlauf nach Manhatten als ob man in ein Station einbiegt -quote “incredible wall of noice”-, die 1st Avenue eine einzige 2-3fach Reihe von Leuten bis in die Bronx die einen Krach machen als ob es um den entscheidenden Spielzug bei der Superbowl geht. Das Ziel voll mit 20 reihigen Tribünen voll mit Leuten die man zu Wellen, Sprechchören usw. motivieren kann. Helfer und Volunteers die so unglaublich freundlich und positiv sind, zu JEDEM.

Jetzt zu meinem Bericht:

Ich brach um 4:00 Richtung Buse nach Staten Island auf, es war dunkel und die Temperatur so ca. 3° auf Staten Island. Das Gelände ist riesig aber perfekt organisiert, man bekommt Tee, Kaffee, Wasser, Powerbars,… Es gibt Zelte wo man sich noch zu Ruhe legen kann, was ich auch getan habe.
Man sieht gleich die Profis die mit Schlafsäcken und aufblasbaren Sesseln bewaffnet sind.

Hier einige Fotos vom Startbereich, leider nur mit dem Handy und dann ist mir auch noch der Akku ausgegangen:




Ich war ein wenig genervt aufgrund des langen Wartens bis ich in der Startaufstellung stand waren doch über 4Stunden tot zu schlagen.
Hier ein Foto wie ich adjustiert war, schaut nicht gut aus, war aber warm :) :

In der Startaufstellung war es schon sehr lässig, aufgrund meiner guten Zeit in Wien stand ich ca. 10 Meter hinter der Elite, d.h. ganz vorne und eine Meute von ca. 37.000 Leuten hinter mir. So dramatisch war es dann auch wieder nicht, weil die Starts in 3 Lanes und 3 Wellen in 20 Minuten Abstand erfolgte. Ich war in der Blue Lane Block B, A war die Elite *stolz*

Der Start war wieder ein Schauspiel, gezählte 6 Hubschrauber über den Köpfen und vor einem der steile Anstieg der Verrazano-Narrows Bridge.

Der Beginn lief wahnsinnig gut! Dies sollte aber dem erfahrenen Marathoni ein Warnzeichen sein. Es ging mit einem Affenzahn durch Brooklyn. Dieser Marathon ist für die Psyche schon an dieser Stelle eine Herausforderung, man sieht weit und man sieht, dass es nur bergauf-bergab-bergauf-bergab geht.

Das Tempogebolze aufgrund der Euphorie endete in einer neune persönlichen Bestzeit über den Halbmarathon 1:23:30, da ahnte ich schon ganz, ganz bößes. Diese Körner konnte ich auch mit noch so einer großen Tempoherausnahme nicht wieder bekommen, die waren futsch. Es ging dann auch rapide bergab, ich konnte noch bis km29 meine angedachte Marathon Pace von ca 4:15 halten, dann aber mußte ich von meinen Vorsprung zehren.

Die 1st Avenue ist ein einziger “Schmierer”, wie die Radfahrer sagen würden, nicht steil aber kontinuierlich bergauf bis in die Bronx. Auf km27 Höhe 72th Straße warteten meine Fans und Kathi bekam einen Kuss:
Meine Fans:

Auf km28 sah ich noch die Österreicherecke und danach ging es langsam, leider nur mit mir, bergab ein Läufer nach dem Anderen holte mich auf dem Weg in die Bronx ein und ließ mich stehen als ob ich rückwärts lief, das ging auf die Psyche.

Zurück in Manhatten überholten mich dann die ersten Frauen. Ich musste mit meinen Kräften haus halten, damit ich wenigstens noch die SUB3 schaffte. Das war aber nicht so einfach, alle ziehen an dir vorbei, die Oberschenkel samt den Waden werden hart…der Körper sagt bleib stehen du Depp!

Im Central Park ging es wieder einigermassen und der Gedanke an gehen oder sogar stehen bleiben verschwanden, mit der Gewissheit die SUB3 sind kein Problem und dem Wissen über die noch gemeinen Anstiegen konnte ich mich leichter quälen.

Obwohl auf den letzten Metern ca. 100 Leute vorbei zogen, nahm ich das Tempo raus und genoss die Zuschauer zu animieren (Welle und Jubel) und das war eines der schönsten Erlebnisse an diesen an sich schon unvergesslichen Tag.

Am Ende standen 2:57:25 auf der Uhr und das mit Verkühlung, idotischer Renneinteilung (ich werde es nie lernen), unglaublichen 350-400 (je nach Quelle) Höhenmetern und fast auf der ganzen Strecke Gegenwind (ist halt kein Rundkurs :) ).

Das einzig Negative an der Organisation war, das man vom Ziel 19 Blocks!!! rund 2km zu seinem Packerlwagen gehn musste, man kann sich denken was das für ein Marsch bei SUB3 Läufern war, das war nicht fein und auch nicht fein anzusehen, da könnte sich der Veranstalter schon etwa besseres einfallen lassen!! Und vielleicht noch warme Getränke (Tee, warmes Wasser im Ziel, das kalte Gatorade ist nicht meins nach so einer Anstrengung.

Vielen dank an Alle die dazu beigetragen haben, das ich so ein unglaubliches Erlebnis machen durfte.

DANKE!
&
THANK YOU NEW YORK!